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Währungsunion Europa
Die Einführung einer gemeinsamen Währung für Europa stellt eine Grundsatzentscheidung dar, die gleichwohl Prozeßcharakter trägt. Es geht nicht allein um die Ablösung nationaler Zahlungsmittel durch eine übergreifende europäische Währung, sondern letztlich um die langfristige Konstituierung eines einheitlichen Wirtschaftsraumes, der auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig ist. Damit ist ein Spannungsfeld nach außen und nach innen hin bezeichnet, welches die Umstellung noch lange Zeit begleiten wird. Dabei wird insbesondere der Ausgleich zwischen den traditionellen und unterschiedlich starken Nationalökonomien eine zentrale Rolle spielen. Die Währungsverhältnisse im Imperium Romanum bilden eine hervorragende Folie, die verschiedenen Aspekte einer globalen Währung historisch einzuordnen und zu verstehen. Unverkennbar trägt in der Kaiserzeit die Reichswährung zur Vereinheitlichung des gewaltigen Raumes mit seinen unterschiedlichen wirtschaftlichen Schwergewichten bei. Unverkennbar ergibt sich, zumindest in Ansätzen, ebenfalls ein Spannungsverhältnis zwischen lokaler Geldprägung einzelner Städte und allgemeiner Reichswährung. Unverkennbar bilden sich im Verlauf der späten Kaiserzeit regionale Gebiete des Geldumlaufes heraus, welche die politische Dezentralisierung des Imperium Romanum begleiten und begünstigen. Auch Zerfallsprozesse können lehrreich sein. Mit anderen Worten: Am Imperium Romanum, in gewisser Weise ein Vorläufer einer politischen Union Europa, werden Leistungen und Probleme einer globalen Währung exemplarisch deutlich. (Text: Prof. Dr. Hans Kloft, Bremen) |
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